Windows 11 und Datenschutz: Warum die Recall-Funktion laut Experten Risiken für Cybersicherheit und digitale Souveränität birgt – und was Unternehmen jetzt prüfen sollten.
Die sogenannte Recall-Funktion von Windows 11 ist ein KI-gestütztes Tool, das regelmäßig Screenshots des Bildschirminhalts anfertigt und diese zu einer lokal durchsuchbaren "Erinnerung" zusammenstellt. Dadurch ist es möglich, Tätigkeiten auch nach Tagen noch via KI-Suchanfrage wiederzufinden. Diese Vorgehensweise erzeugt dadurch aber auch ein umfassendes Protokoll aller sichtbaren Inhalte auf dem Gerät, inklusive potenziell vertraulicher Unternehmensinformationen.
In den Grundeinstellungen ist Recall zwar zunächst deaktiviert und muss von Nutzern oder Administratoren aktiviert werden. Dennoch ist es Bestandteil von Windows-Systemen und könnte bei Updates automatisch aktiviert werden.
Kritiker warnen vor mehreren zentralen Risiken:
Diese Kritikpunkte haben bereits dazu geführt, dass Entwickler und Organisationen eigenständig Schutzmaßnahmen angekündigt oder bereitgestellt haben – etwa Browser, die Recall-Screenshot-Aufnahmen aktiv blockieren.
Für Entscheider in stark regulierten Branchen (z. B. Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen oder kritische Infrastruktur) stehen neben Komfortaspekten der Funktion vor allem Compliance- und Sicherheitsfragen im Vordergrund:
Gegenwärtig empfehlen Cybersicherheits- und Datenschutzexperten:
Das KI-basiertes Recall-Feature von Windows 11 hat eine neue Debatte darüber eröffnet, wo die Grenze zwischen betrieblicher Produktivitätssteigerung und systematischer Datensamlung verläuft. Während Microsoft betont, dass alle Daten lokal blieben und nicht extern übertragen würden, stufen viele Datenschützer und Sicherheitsanalysten die Risiken als gravierender ein, als von Microsoft kommuniziert.
Insbesondere in stark regulierten Branchen müssen Entscheider genau prüfen, ob und wie solche Funktionen im produktiven Einsatz akzeptabel sind – oder ob der potenzielle Schaden durch Kompromittierung sensibler Daten die Vorteile überwiegt.